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Wie ist das denn nun … ?

… können meine Nägel mit der Kunstverstärkung noch atmen?

Antwort: Das Nägel atmen können, ist ein weit verbreitetes Märchen. Nägel atmen nicht. Bei Nägeln handelt es sich um bereits abgestorbene Hornschichten, Anhangsgebilde der Haut. Lediglich der Sauerstoff sorgt dafür, dass eine stabile Verhornung stattfindet. Eine Beschichtung kann den Nagel gegen äußere Einflüsse schützen.

… schädigt die Modellage den Naturnagel? Wird er dünn und brüchig, wenn ich die Modellage entferne?

Antwort: Als Folge einer chemischen Reaktion im Rahmen des Wachstumsprozesses verhornen die einzelnen Hornzellen durch den Kontakt mit Sauerstoff. Die Verhornung bewirkt eine Verhärtung der Nagelplatte. Wird nun ein Kunststoff auf die Nagelplatte aufgebracht, kann die Verhornung nicht mehr stattfinden, da kein Sauerstoff an die Nagelplatte kommt. Demzufolge bleibt der Nagel also weich. Wenn der Kunststoff entfernt wird, verhornt die oberste Schicht des Nagels innerhalb 24 Stunden selbsttätig. Grundsätzlich wird also der Nagel durch den Auftrag des Kunststoffes nicht dünner, er bleibt lediglich weich. Dünner wird ein Naturnagel in der Regel nur durch folgende Maßnahmen: entweder durch ein zu aggressives Haftsystem oder durch intensives unqualifiziertes Feilen, welches dann zu einem Abtragen der Hornschichten führt.

Dabei wissen wohl die wenigsten, wie sich der Nagel bildet. Die Nagelwurzel, auch Matrix genannt, liegt am Grund der Nageltasche, in der sich außerdem die zellbildende Keimschicht befindet. Sie produziert permanent unverhornte Mutterzellen, die sich im Verlauf des natürlichen Zellwachstums langsam nach vorne schieben, dann im Bereich des Nagelmondes (Lunula) in Verbindung mit Sauerstoff verhornen. Der Blutkreislauf des Körpers sorgt dabei für eine ständige Versorgung der Nagelwurzel.

Interessant ist auch, das der Nagel eines Menschen aus 100 bis 150 unregelmäßig übereinander geschichteten Lagen von Hornzellen besteht und normalerweise zwischen 0,05 mm beim Baby z. B. und 0,75 mm beim Erwachsenen stark ist. Kittsubstanzen wie Talg, Schweiß und Horn sorgen für die Elastizität der Nagelplatte. Finger- als auch Zehennägel haben die primäre Aufgabe, das empfindliche Nagelbett sowie Finger- und Zehenspitzen vor Verletzungen zu schützen und beim Greifen und Hantieren speziell kleiner Gegenstände zu helfen.

Pro Woche wächst ein Nagel - abhängig vom jeweiligen Stoffwechsel, von Krankheiten und eventuellen Kreislaufstörungen – zwischen 0,5 und 1,2 Millimeter. Fingernägel weisen ein stärkeres Wachstum auf als Zehennägel.